
Jan Klapp
Geschäftsführer
Inhaltsverzeichnis
Mit Klimaanlage heizen oder Gas: Was ist wirklich günstiger?
Eine Klimaanlage zum Heizen nutzen, statt auf Gas zu setzen? Diese Frage stellen sich immer mehr Haushalte. Und das zu Recht: Moderne, reversible Split-Klimaanlagen sind technisch gesehen nichts anderes als Luft-Luft-Wärmepumpen. Unter den richtigen Voraussetzungen heizen sie günstiger und klimafreundlicher als eine Gasheizung. Aber das gilt eben nicht pauschal für jedes Gebäude und jeden Tarif. In diesem Beitrag erfährst du, wie sich beide Systeme im direkten Vergleich schlagen, wann die Klimaanlage klar vorne liegt und unter welchen Bedingungen Gas (noch) die bessere Wahl ist.
Heizen mit Klimaanlage
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26.10.2026

Das Wichtigste in Kürze
Eine Klimaanlage ist technisch eine Luft-Luft-Wärmepumpe: Sie entzieht der Außenluft Wärme und transportiert diese ins Gebäude, anstatt Strom direkt in Wärme umzuwandeln. Das macht sie deutlich effizienter als eine klassische Elektroheizung.
Ab einer Arbeitszahl von etwa 2,4 bis 2,6 ist die Klimaanlage günstiger: Bei aktuellen Durchschnittspreisen (Strom 34,4 ct/kWh, Gas 12,7 ct/kWh, Stand Oktober 2026) liegen ihre Wärmekosten ab dieser Schwelle unter denen einer Gasheizung.
Konkrete Jahreskosten bei 15.000 kWh Heizbedarf: Eine Klimaanlage mit Arbeitszahl 4,0 kostet rechnerisch etwa 1.290 €, eine Gasheizung mit 90 bis 95 % Nutzungsgrad etwa 2.005 bis 2.117 €.
Bei Minusgraden sinkt der COP, aber die Anlage heizt weiter: Geeignete Geräte arbeiten auch unter 0 °C effizient. Zwischen +5 und -10 °C erreichen Luftwärmepumpen im Schnitt einen COP von rund 2,7.
Ein vollständiger Gasersatz ist nicht für jedes Gebäude geeignet: Eine separate Warmwasserlösung ist Pflicht, gute Dämmung und offene Grundrisse erleichtern den Umstieg deutlich. Große, unsanierte Häuser mit vielen geschlossenen Räumen brauchen dagegen viele Innengeräte und sind schwieriger abzudecken.
Langfristig spricht mehr für die Klimaanlage: Der CO₂-Preis steigt, und neu eingebaute Gasheizungen müssen ab 2029 einen wachsenden Anteil klimafreundlicher Brennstoffe nutzen, ab 2040 mindestens 60 %. Zusätzlich ist eine Quote für Gasversorger geplant, die den Anteil grüner Gase bis 2045 auf 100 % anheben soll.
PV-Kombination verbessert die Wirtschaftlichkeit deutlich: Besonders in der Übergangszeit und an sonnigen Wintertagen lässt sich der Stromverbrauch der Klimaanlage durch Solarstrom günstig abdecken.
Wie funktioniert das Heizen mit einer Klimaanlage im Vergleich zur Gasheizung?
Bevor ich auf Kosten und Effizienz eingehe, lohnt ein kurzer Blick darauf, wie beide Systeme grundsätzlich funktionieren. Denn der technische Unterschied erklärt viel.
Klimaanlage mit Heizfunktion
Eine reversible Split-Klimaanlage arbeitet im Heizbetrieb wie eine Wärmepumpe. Sie entzieht der Außenluft thermische Energie und transportiert diese über einen Kältemittelkreislauf nach innen. Ein Verdichter erhöht dabei Druck und Temperatur des Kältemittels. Am Innenwärmetauscher gibt das System die Wärme direkt an die Raumluft ab. Strom wird hauptsächlich für den Verdichter und die Ventilatoren benötigt, nicht um Wärme direkt zu erzeugen. Das ist der entscheidende Effizienzunterschied zu einem Heizlüfter.
Wichtig zu wissen: Eine Luft-Luft-Wärmepumpe erzeugt kein Heizungswasser und in der Regel auch kein Trinkwarmwasser. Dafür braucht es eine separate Lösung.
Außerdem: Eine Split-Klimaanlage tauscht keine Innen- und Außenluft aus. Sie ersetzt also keine Wohnraumlüftung.
Gasheizung
Eine Gasbrennwertheizung verbrennt Erdgas. Die Verbrennungswärme überträgt sich über einen Wärmetauscher auf das Heizungswasser, das dann über Heizkörper oder Fußbodenheizung die Wärme im Gebäude verteilt. Der Brennwerteffekt, also die Nutzung der Kondensationswärme aus dem Abgas, wird nur vollständig genutzt, wenn die Rücklauftemperatur niedrig genug ist.
Wärmeverteilung und Komfort im Vergleich
| Kriterium | Klimaanlage (Luft-Luft) | Gasheizung |
| Wärmeverteilung | Direkte Warmluft, pro Raum ein Gerät nötig | Gleichmäßig über Heizkörper/FBH |
| Reaktionszeit | Schnell | Langsamer |
| Geräuschentwicklung im Raum | Ventilatoren hörbar | In der Regel ruhiger |
| Warmwasser | Separate Lösung nötig | Integriert möglich |
| Türen offen/geschlossen | Luftverteilung bevorzugt offen | Geschlossene Türen kein Problem |
Der Komfortunterschied ist real, aber für viele Haushalte gut handhabbar, besonders in offenen Wohnbereichen oder kleineren Wohnungen.
Wann lohnt sich das Heizen mit der Klimaanlage im Vergleich zu Gas?
Die entscheidende Rechengröße ist der Preis je kWh Nutzwärme. Und der hängt bei der Klimaanlage stark von der sogenannten Arbeitszahl ab.
Die Grundformel
Wärmekosten Klimaanlage = Strompreis ÷ reale Jahresarbeitszahl
Wärmekosten Gas = Gaspreis ÷ Jahresnutzungsgrad des Kessels
Aktuelle Energiepreise 2026
Als Rechengrundlage nehmen wir die durchschnittlichen Haushaltspreise laut Vergleichsportal Verivox (Stand: 01.10.2026). Dein eigener Tarif kann deutlich davon abweichen. Für deine persönliche Rechnung setzt du am besten die Arbeitspreise aus deinen Verträgen ein.
| Energieträger | Preis ct/kWh |
| Strom | 34,4 |
| Gas | 12,7 |
(Quelle: www.verivox.de, Strompreise, Gaspreise)
Wärmekosten je kWh im Vergleich
| System | Arbeitszahl / Nutzungsgrad | Kosten je kWh Wärme |
| Klimaanlage | AZ 3,0 | 11,47 ct |
| Klimaanlage | AZ 3,5 | 9,83 ct |
| Klimaanlage | AZ 4,0 | 8,60 ct |
| Klimaanlage | AZ 4,6 | 7,48 ct |
| Gasheizung | 90–95 % Nutzungsgrad | 13,37–14,11 ct |
Ab einer Arbeitszahl von etwa 2,4 bis 2,6 ist die Klimaanlage günstiger als Gas. Moderne Geräte ab Effizienzklasse A+ (SCOP ab 4,0) liegen auf dem Prüfstand deutlich darüber. Im Alltag fällt die reale Arbeitszahl meist etwas niedriger aus als der Normwert, die Schwelle ist mit einem gut ausgelegten Gerät aber gut erreichbar.
Jahreskosten für 15.000 kWh Heizbedarf
| System | Arbeitszahl / Nutzungsgrad | Jahreskosten ca. |
| Klimaanlage | AZ 3,0 | 1.720 € |
| Klimaanlage | AZ 4,0 | 1.290 € |
| Gasheizung | 90–95 % | 2.005–2.117 € |
Klimaklapp Tipp
Die Klimaanlage mit einer realen Arbeitszahl von 4,0 spart gegenüber der Gasheizung rechnerisch rund 700 bis 800 € pro Jahr. Achte beim Gerätekauf auf eine realistische Arbeitszahl für dein Gebäude, nicht nur auf den Normwert des Herstellers.
Wann die Klimaanlage klar vorne liegt
Die Klimaanlage ist besonders attraktiv in diesen Situationen:
Ein geeignetes Split-Gerät ist bereits vorhanden
Das Gebäude ist gut gedämmt und hat eine geringe bis mittlere Heizlast
Der Grundriss ist offen oder es handelt sich um eine kleinere Wohnung
Ein günstiger Stromtarif oder eigener PV-Strom ist verfügbar
Die Gasheizung wird komplett ersetzt, sodass auch Grundpreis, Schornsteinfeger und weitere Fixkosten wegfallen
Wann Gas (noch) die bessere Wahl sein kann
Bei sehr starkem Frost fällt der COP unter die individuelle Kostenschwelle
Eine funktionierende Gasheizung ist bereits vorhanden, der Einbau zahlreicher Innengeräte wäre aufwendig
Einzelne Räume werden durch die Klimaanlage nicht erreicht und müssten mit Direktstromheizungen ergänzt werden
Ein hybrider Betrieb, also Klimaanlage in der Übergangszeit und bei mäßigen Temperaturen, Gasheizung nur bei extremer Kälte, kann ein sinnvoller Zwischenschritt sein. Wenn du mehr über die Nachteile des Heizens mit einer Klimaanlage erfahren möchtest, lohnt sich ein genauerer Blick auf typische Stolpersteine.
Wie effizient ist eine Klimaanlage wirklich bei Minusgraden?
Diese Frage höre ich oft. Und die Antwort überrascht viele: Außenluft enthält auch unter 0 °C noch nutzbare Wärme. Eine geeignete Luft-Luft-Wärmepumpe kann also weiterhin heizen, auch wenn es draußen friert.
Allerdings gilt: Mit sinkender Außentemperatur steigt der notwendige Temperaturhub, der COP sinkt und die verfügbare Heizleistung vieler Geräte nimmt ab. Gleichzeitig steigt aber auch die Heizlast des Gebäudes. Dieses Zusammenspiel muss bei der Geräteauswahl berücksichtigt werden.
Was Feldstudien zeigen
Gibb et al. werteten sieben Feldstudien mit rund 550 Wärmepumpen aus. Zwischen +5 und -10 °C Außentemperatur erreichten Luftwärmepumpen im Mittel einen COP von etwa 2,7. Spezielle Kaltklimageräte kamen selbst in Richtung -30 °C noch auf COP-Werte von 1,3 bis 2. Das bedeutet: Auch im Winter arbeitet die Anlage effizienter als eine reine Elektroheizung.
Abtauung: Was passiert im Frost?
Bei feucht-kalter Witterung kann der Außenwärmetauscher vereisen. Das Gerät unterbricht dann kurz den Heizbetrieb und kehrt den Kältekreis um, um das Eis abzutauen. Während dieser Phase wird vorübergehend keine Raumwärme geliefert. Das ist normal und gut gelöst bei hochwertigen Geräten. Wichtig ist, dass das Kondens- und Schmelzwasser frostfrei abfließen kann. Was genau passiert, wenn das Außengerät beim Heizen vereist, und wie du damit umgehst, erklären wir ausführlich in einem eigenen Beitrag.
Worauf du beim Kauf für den Winterbetrieb achten solltest
Heizleistung in kW bei -7, -10 und -15 °C
COP bei diesen Temperaturen
Untere Betriebsgrenze des Geräts
SCOP für die passende europäische Klimazone
Leistungsreserve für Abtauphasen
Geräuschpegel im Nachtbetrieb
Der SCOP, also der Seasonal Coefficient of Performance, setzt den jährlichen Heizbedarf ins Verhältnis zum jährlichen Stromverbrauch. Ein SCOP von 4 bedeutet: rechnerisch 4 kWh Wärme je 1 kWh Strom über die Norm-Heizperiode. Die EU-Effizienzklassen für Klimageräte bis 12 kW im Heizbetrieb sehen für das mittlere Klima folgende Schwellen vor: A+++ ab SCOP 5,1, A++ ab 4,6, A+ ab 4,0 und A ab 3,4.
Welche laufenden Kosten kommen auf dich zu?
Investitionskosten sind eine Sache. Aber die laufenden Kosten entscheiden langfristig über die Wirtschaftlichkeit.
Laufende Kosten der Klimaanlage
Der Stromverbrauch ergibt sich einfach: jährlicher Heizwärmebedarf geteilt durch die reale Jahresarbeitszahl. Hinzu kommen Wartungskosten. Dazu gehören regelmäßige Filterreinigung, Kontrolle von Wärmetauschern, Kondensatablauf und Kältemittelkreislauf.
Laut den Verbraucherzentralen liegt die Routine-Wartung einer Wärmepumpe bei etwa 150–300 € jährlich. (Quelle:www.verbraucherzentrale.de) Schornsteinkosten entfallen bei einem reinen Wärmepumpensystem.
Laufende Kosten der Gasheizung
Beim Gas kommen neben dem Arbeitspreis auch Fixkosten hinzu: Grundpreis, Schornsteinfeger, Abgaswegprüfung und Feuerstättenschau. Der CO₂-Preis ist in den aktuellen Endkundenpreisen bereits enthalten. Nationale Emissionszertifikate werden 2026 in einem Korridor von 55 bis 65 € je Tonne CO₂ versteigert. Die erste Versteigerung am 1. Juli 2026 endete bei 65 € je Tonne.
(Quelle: www.dehst.de)
Langfristig ist davon auszugehen, dass der CO₂-Preis weiter steigt, was die Betriebskosten von Gasheizungen zusätzlich erhöht.
Klimaanlage mit Solaranlage: Lohnt sich die Kombination?
Selbst erzeugter PV-Strom und eine Klimaanlage passen gut zusammen. Jede direkt verbrauchte Kilowattstunde Solarstrom ersetzt teuren Netzstrom. Bei Netzstrompreisen von durchschnittlich 34,4 ct/kWh und einer Einspeisevergütung von rund 7,70 ct/kWh für neue Anlagen bis 10 kW ist der Eigenverbrauch klar wertvoller.
Ein Fraunhofer-ISE-Feldtest mit sechs PV-Wärmepumpen-Kombinationen zeigte: Ohne Batteriespeicher lag die Gebäudeautarkie bei 25 bis 40 %, der Eigenverbrauch bei 22 bis 37 %. Mit Batteriespeicher stiegen die Werte auf 32 bis 62 % Autarkie und 40 bis 83 % Eigenverbrauch. Die Werte stammen aus Luft-Wasser- und erdgekoppelten Systemen und lassen sich nicht 1:1 auf eine Luft-Luft-Anlage übertragen, zeigen aber das Potenzial deutlich.
(Quelle: www.ise.fraunhofer.de)
Besonders gut funktioniert die Kombination in der Übergangszeit, an sonnigen Wintertagen und beim sommerlichen Kühlen. Der höchste Heizbedarf fällt aber in die sonnenarmen Wintermonate. Eine PV-Anlage allein löst die winterliche Stromnetzabhängigkeit also nicht vollständig.
Kann eine Klimaanlage die Gasheizung vollständig ersetzen?
Das ist möglich, aber nicht für jedes Gebäude. Damit ein vollständiger Gasausstieg funktioniert, müssen mehrere Bedingungen erfüllt sein.
Geeignete Gebäude
Gut geeignet für den kompletten Wechsel sind:
gut gedämmte Häuser oder sanierte Altbauten mit reduzierter Heizlast
kleinere Wohnungen
offene oder luftdurchlässige Grundrisse
Gebäude ohne vorhandenes wasserführendes Heizsystem
Weniger geeignete Gebäude
Schwieriger wird es bei:
großen Häusern mit vielen geschlossenen Zimmern
Gebäuden mit dauerhaft hohem Warmwasserbedarf
Grundrissen, in denen Innengeräte nicht sinnvoll platziert werden können
Was zusätzlich geklärt sein muss
Ein einzelnes Wandgerät beheizt normalerweise nicht zuverlässig mehrere geschlossene Schlafzimmer, Bäder und Nebenräume. Für eine vollständige Versorgung braucht es ausreichend viele Innengeräte, verteilt nach raumweiser Heizlastberechnung.
Außerdem: Eine separate Warmwasserbereitung ist zwingend nötig, etwa über eine Warmwasser-Wärmepumpe, Solarthermie oder eine andere elektrische Lösung.
Beim Außengerät gilt es, die Lärm-Richtwerte der TA Lärm einzuhalten: im allgemeinen Wohngebiet 55 dB(A) tagsüber und 40 dB(A) nachts, im reinen Wohngebiet 50 bzw. 35 dB(A).
Ein wichtiger rechtlicher Hinweis: Split-Systeme dürfen nicht von Laien installiert werden. Bei fluorierten Kältemitteln ist unabhängig von der Füllmenge ein zertifizierter Betrieb vorgeschrieben. In Mietwohnungen ist zudem die Zustimmung des Vermieters nötig, bei Wohnungseigentum muss die Fassaden- und Außengerätemontage wohnungseigentumsrechtlich geklärt sein.
Unser Tipp
Entferne die Gasheizung erst, wenn Heizlastberechnung, Frostleistung des Geräts, Luftverteilung, Warmwasserlösung, Schall und elektrische Anschlussleistung verbindlich geprüft sind.
Zukunftssicherheit: Klimaanlage oder Gas?
Ein Blick in die Zukunft ist bei dieser Entscheidung wichtig.
Strom wird grüner
Im ersten Halbjahr 2026 stammten rund 57 % des deutschen Bruttostromverbrauchs aus erneuerbaren Energien. Erneuerbare Quellen erzeugten rund 153 TWh, etwa 6 % mehr als im Vorjahreszeitraum. Der CO₂-Emissionsfaktor des deutschen Strommixes lag 2025 bei 344 g CO₂/kWh, nach 353 g im Vorjahr. Bei einer Arbeitszahl von 3 ergeben sich rechnerisch rund 115 g direktes CO₂ je kWh Wärme, bei Arbeitszahl 4 rund 86 g. Mit wachsendem Erneuerbaren-Anteil verbessert sich dieser Wert automatisch weiter.
(Quelle: www.umweltbundesamt.de)
Gasnetz bleibt abhängig
Deutschland importierte 2025 nach vorläufigen Zahlen rund 1.031 TWh Gas. Rund 44 % kamen aus Norwegen, 24 % aus den Niederlanden, 21 % aus Belgien und 10 % über deutsche LNG-Terminals. Gaspreise bleiben damit von internationalen Brennstoff-, Transport- und CO₂-Märkten abhängig. (Quelle:www.bundesnetzagentur.de)
Was das Gebäudemodernisierungsgesetz bedeutet
Seit dem 29. Juli 2026 gilt das Gebäudemodernisierungsgesetz. Neue und bestehende Gasheizungen sind damit nicht generell verboten. Für neu eingebaute Gasheizungen in Bestandsgebäuden gilt aber eine schrittweise Pflicht zu klimafreundlichen Brennstoffen: ab 2029 mindestens 10 %, ab 2030 mindestens 15 %, ab 2035 mindestens 30 %, ab 2040 mindestens 60 %. Funktionierende Gasheizungen dürfen ohne feste Altersgrenze weiterlaufen, das bisher vorgesehene generelle Verbot fossiler Heizkessel ab 2045 wurde gestrichen. Stattdessen ist eine eigene Grüngasquote geplant: Gasversorger sollen ab 2028 einen steigenden Anteil klimafreundlicher Gase in Verkehr bringen, der bis 2045 auf 100 % wachsen soll. Die Details dazu regelt das Gesetz noch nicht.
(Quellen: www.bundesregierung.de, www.bundestag.de)
Die elektrische Wärmepumpe ist regulatorisch und energieseitig die zukunftssicherere Wahl. Bei Gas bestehen langfristig zusätzliche Unsicherheiten: steigender CO₂-Preis, mögliche Gasnetzkosten und die Frage, zu welchem Preis klimaneutrale Gase verfügbar sein werden.
Fazit: Mit Klimaanlage heizen ist oft günstiger als Gas
Für viele Haushalte ist das Heizen mit einer reversiblen Split-Klimaanlage heute schon die wirtschaftlich attraktivere Option. Bei einer realen Arbeitszahl von 4,0 und 15.000 kWh Heizbedarf können die Jahreskosten rund 700 bis 800 € unter denen einer Gasheizung liegen. Dazu kommt mehr Zukunftssicherheit: Der steigende CO₂-Preis, der wachsende Erneuerbaren-Anteil im Stromnetz und die geplante Grüngasquote sprechen für die elektrische Wärmepumpe.
Gas bleibt eine Option als Bestandslösung oder im hybriden Betrieb bei extremen Außentemperaturen. Langfristig ist die Richtung aber eindeutig.
Ob eine Klimaanlage bei dir den Gaskessel vollständig ersetzen kann, hängt von deiner Heizlast, dem Grundriss und dem konkreten Gerät ab. Wir bei Klimaklapp haben uns in der Region Karlsruhe ausschließlich auf Daikin-Klimaanlagen spezialisiert. Wir beraten dich kostenlos, rechnen deine Situation individuell durch und begleiten dich bei der KfW-458-Förderung, ohne dass du einen externen Förderberater brauchst. Je nach Ausgangslage sind 30 % bis maximal 80 % der förderfähigen Kosten möglich.
Beantworte ein paar einfache Fragen in unserem Klimakonfigurator und erhalte innerhalb von 2 Minuten eine erste Preisschätzung per E-Mail.
FAQ zum Thema Heizen mit Klimaanlage oder Gas
Ja, wenn es sich um eine reversible Split-Klimaanlage handelt, die explizit für den Winterbetrieb ausgelegt ist. Besonders sinnvoll ist das in gut gedämmten Gebäuden, kleinen oder offenen Wohnungen, häufig genutzten Einzelräumen und in Kombination mit Photovoltaik. Weniger geeignet sind mobile Monoblockgeräte, große unsanierte Häuser oder Gebäude mit vielen abgeschlossenen Räumen, die alle einzeln versorgt werden müssten. Technisch ist eine Luft-Luft-Wärmepumpe eine Klimaanlage mit Heizfunktion und kann eine echte, kostengünstige Heizalternative sein.
Ja. Nach aktueller Rechtslage besteht 2030 kein allgemeines Betriebsverbot für Gasheizungen. Auch neue Gasheizungen in Bestandsgebäuden bleiben grundsätzlich zulässig. Allerdings gelten für nach dem Gebäudemodernisierungsgesetz neu eingebaute Anlagen steigende Pflichtanteile klimafreundlicher Brennstoffe: ab 2029 mindestens 10 %, ab 2030 mindestens 15 %, ab 2035 mindestens 30 % und ab 2040 mindestens 60 %. Ein generelles Betriebsverbot für fossile Heizkessel ab 2045 sieht das Gesetz nicht mehr vor. Geplant ist aber eine Quote, nach der Gasversorger den Anteil klimafreundlicher Gase bis 2045 schrittweise auf 100 % erhöhen sollen. Die Einzelheiten werden noch gesetzlich geregelt. Die Erlaubnis zum Weiterbetrieb bedeutet nicht, dass fossiles Gas wirtschaftlich günstig oder in unveränderter Form verfügbar bleibt.
(Quelle: www.bundesregierung.de)
Ein mobiles Monoblockgerät hat alle Komponenten in einem Gehäuse und führt Luft über einen Schlauch durch ein geöffnetes oder gekipptes Fenster nach außen. Dadurch entsteht im Raum Unterdruck, und kalte Außenluft strömt durch Ritzen und Fugen nach. Viele Geräte kühlen außerdem nur und haben gar keine Heizfunktion. Zum dauerhaften Heizen ist ein Monoblock daher kaum geeignet. Eine Splitanlage trennt Innen- und Außengerät. Der Verdichter befindet sich außen, die Verbindung läuft über Kältemittelleitungen. Das macht sie leiser, effizienter und deutlich leistungsfähiger. Als reversible Anlage ist sie die richtige Wahl für das Heizen im Winter.
R290, also Propan, ist aus Klimasicht die zukunftssicherere Wahl. Es hat ein sehr geringes Treibhauspotenzial und ist als natürliches Kältemittel von den F-Gas-Verboten nicht betroffen. R32 ist ein synthetisches fluoriertes Kältemittel mit einem GWP100 von 675 und bleibt aktuell in vielen Split-Geräten weit verbreitet. Ab dem 1. Januar 2029 dürfen neue Luft-Luft-Splitgeräte bis 12 kW aber grundsätzlich keine F-Gase mit einem GWP ab 150 mehr verwenden, womit R32 betroffen ist. Bereits installierte R32-Anlagen müssen dadurch nicht automatisch ausgebaut werden. R290-Geräte erfordern jedoch besondere Sicherheitsplanung, da Propan hochentzündlich ist.
(Quelle: EU, Verordnung 2024/573, climate.ec.europa.eu)
Ja, wenn es sich um eine Luft-Luft-Wärmepumpe handelt, die die technischen Mindestanforderungen erfüllt. Die KfW fördert sie über das Programm 458 (Heizungsförderung für Privatpersonen). Die Grundförderung beträgt
30 % der förderfähigen Kosten, die beim Einfamilienhaus auf 28.000 € gedeckelt sind.
Selbstnutzende Eigentümerinnen und Eigentümer können zusätzlich zwei Boni erhalten. Den Klimageschwindigkeitsbonus von 16 % gibt es, wenn du eine funktionstüchtige Öl-, Kohle- oder Gas-Etagenheizung, eine Nachtspeicherheizung oder eine mindestens 20 Jahre alte Gasheizung austauschst. Für eine jüngere Gas-Zentralheizung entfällt dieser Bonus also. Der Einkommensbonus beträgt 10 bis 40 %, wenn dein zu versteuerndes Haushaltseinkommen höchstens 50.000 € beträgt (mit mindestens einem minderjährigen Kind höchstens 60.000 €). Insgesamt ist die Förderung auf 70 % gedeckelt, bei niedrigem Einkommen auf 80 %.
Wichtig: Der Klimageschwindigkeitsbonus sinkt ab dem 01.02.2027 halbjährlich und entfällt ab August 2028 ganz. Außerdem musst du den Antrag stellen, bevor die Arbeiten beginnen. Mit dem KfW-Förderrechner von Klimaklapp kannst du deine mögliche Förderung prüfen lassen: Du gibst ein paar Eckdaten ein, unser Team prüft deine Anfrage und schickt dir das Ergebnis innerhalb von 24 Stunden per E-Mail.

Über den Autor
Jan Klapp ist Gründer von Klimaklapp und Experte für Klimaanlagen-Installation. Er hilft Hausbesitzern in der Region Karlsruhe, Mannheim und Heidelberg, ihr Zuhause auch an heißen Sommertagen und kühlen Winternächten zu genießen. Mit Premium-Klimaanlagen von Daikin. Mit seinem Team hat er bereits über 500 Klimaanlagen installiert.



