
Jan Klapp
Geschäftsführer
Inhaltsverzeichnis
Klimaanlage zum Heizen nutzen: Wann ist es wirklich sinnvoll?
Im Winter die Klimaanlage zum Heizen nutzen? Was sich auf den ersten Blick merkwürdig anhört, ergibt technisch betrachtet durchaus Sinn. Moderne Split-Klimaanlagen funktionieren wie Luft-Luft-Wärmepumpen und können aus 1 kWh Strom bis zu 5 kWh Heizwärme erzeugen. Das klingt verlockend. Ob es in deinem Fall aber tatsächlich wirtschaftlich und sinnvoll ist, hängt von einigen wichtigen Faktoren ab. In diesem Beitrag erfährst du, wie das Heizen mit der Klimaanlage funktioniert, was es kostet und wann es sich wirklich lohnt.
Heizen mit Klimaanlage
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17.08.2026

Das Wichtigste in Kürze
Klimaanlage als Wärmepumpe: Moderne Split-Klimaanlagen arbeiten im Heizbetrieb wie Luft-Luft-Wärmepumpen und erzeugen aus 1 kWh Strom typischerweise 3 bis 5 kWh Wärme.
Beste Effizienz in der Übergangszeit: Bei Außentemperaturen zwischen 5 und 15 Grad Celsius erreichen Klimaanlagen ihre höchsten Wirkungsgrade und heizen besonders günstig.
Weniger effizient bei starkem Frost: Mit sinkender Außentemperatur nimmt die Heizleistung ab. Viele Geräte sind bis ca. -15 Grad Celsius spezifiziert, arbeiten dabei aber mit deutlich niedrigeren COP-Werten.
Gut gedämmte Gebäude profitieren am meisten: In Neubauten und energetisch sanierten Häusern mit geringer Heizlast lässt sich eine Klimaanlage besonders effizient als Heizung einsetzen.
Als Alleinheizung nur unter günstigen Bedingungen: Für die meisten Gebäude in Mitteleuropa ist ein hybrides Konzept sinnvoller, bei dem die Klimaanlage Grundlast und Übergangszeit übernimmt und ein zweites System Spitzenlasten abfängt.
Kosten vergleichbar mit Gasheizung: Bei einem SCOP von 3,5 und einem Strompreis von etwa 0,31 €/kWh liegen die Wärmekosten bei rund 9,0 Cent/kWh und damit häufig im Bereich oder unter den Kosten einer Gasheizung.
Photovoltaik steigert die Wirtschaftlichkeit erheblich: Wer eigenen Solarstrom nutzt, kann die effektiven Heizkosten nochmals deutlich senken.
Bis zu 80 % Förderung möglich: Luft-Luft-Wärmepumpen, die bestimmte Effizienzanforderungen erfüllen, können über die KfW-458-Förderung bezuschusst werden.
Wie funktioniert das Heizen mit einer Klimaanlage?
Viele denken bei einer Klimaanlage zuerst ans Kühlen. Dabei kann ein modernes Split-Gerät im Winter genauso zuverlässig heizen. Der Schlüssel liegt im technischen Prinzip.
Das steckt hinter dem Heizmodus
Eine Split-Klimaanlage nutzt einen geschlossenen Kältekreislauf, um Wärme von außen nach innen zu transportieren. Im Heizbetrieb verdampft das Kältemittel im Außengerät, nimmt dabei Energie aus der Außenluft auf und gibt sie nach der Verdichtung im Innengerät als Wärme an den Raum ab. Das funktioniert auch dann noch, wenn es draußen kalt ist. Selbst bei Temperaturen um den Gefrierpunkt enthält die Außenluft noch nutzbare Wärmeenergie.
Wie effizient das abläuft, beschreibt der sogenannte COP (Coefficient of Performance). Er gibt an, wie viel Heizwärme pro eingesetzter Kilowattstunde Strom entsteht. Ein COP von 4 bedeutet: 1 kWh Strom wird zu 4 kWh Wärme. Für die Bewertung über eine ganze Heizsaison ist der SCOP (Seasonal COP) der passendere Kennwert, da er Teillastbetrieb und wechselnde Außentemperaturen einbezieht.
Welche Geräte eignen sich zum Heizen?
Für das effiziente Heizen kommen ausschließlich fest installierte Split-Klimaanlagen in Frage. Diese bestehen aus einem Innengerät und einem Außengerät, die über Kältemittelleitungen verbunden sind. Je nach Bedarf gibt es:
Single-Split: Ein Innengerät für einen Raum oder eine Zone
Multisplit: Mehrere Innengeräte an einem Außengerät für mehrere Räume
Mobile Monoblock-Geräte taugen nicht als ernstzunehmende Heizlösung. Ihr Wirkungsgrad ist deutlich schlechter, und im Heizbetrieb entstehen spürbar höhere Stromkosten als bei fest installierten Split-Systemen.
Warum ist die Inverter-Technologie wichtig?
Moderne Klimaanlagen arbeiten mit Inverter-Technologie. Der Verdichter läuft dabei mit variabler Drehzahl und passt die Leistung stufenlos an den aktuellen Bedarf an. Das verhindert ineffizientes Takten, schont den Verdichter und verbessert vor allem die Effizienz im Teillastbetrieb. In der Praxis macht dieser Betrieb den Großteil der Betriebsstunden aus. Das Ergebnis: ein höherer SCOP und niedrigere Jahresstromkosten.
Was passiert bei Minusgraden?
Mit sinkender Außentemperatur muss die Anlage einen größeren Temperaturunterschied überwinden. Das kostet Effizienz. Hinzu kommt: Bei kalten Temperaturen und hoher Luftfeuchtigkeit kann sich am Außengerät Eis bilden. Dann springt automatisch ein Abtauzyklus an, der den Prozess kurzzeitig unterbricht und Energie kostet.
Moderne Geräte steuern das vollautomatisch. Trotzdem gilt: Je kälter es draußen ist, desto mehr sinkt der COP. Die meisten Klimaanlagen sind für den Heizbetrieb bis etwa −15 Grad Celsius ausgelegt, Spezialmodelle sogar bis -25 Grad Celsius. Bei solch tiefen Temperaturen liegt der COP aber oft nur noch bei etwa 2, was immer noch effizienter ist als eine reine Elektroheizung mit COP 1. Mehr dazu, bis zu welcher Außentemperatur das Heizen mit der Klimaanlage funktioniert, erfährst du in unserem ausführlichen Ratgeber.
Wann macht das Heizen mit der Klimaanlage besonders viel Sinn?
Nicht für jede Situation und jedes Gebäude ist die Klimaanlage als Heizlösung gleich gut geeignet. Es gibt aber klare Fälle, in denen sie ihre Stärken voll ausspielt.
Gut gedämmte Gebäude und Neubauten
Je geringer die Heizlast eines Gebäudes, desto besser kann eine Luft-Luft-Wärmepumpe arbeiten. In gut gedämmten Neubauten oder energetisch sanierten Häusern liegt der spezifische Wärmebedarf oft bei nur 30 bis 40 kWh pro Quadratmeter und Jahr. Das ist ein Bruchteil des Verbrauchs unsanierter Altbauten, die häufig 150 bis 200 kWh pro Quadratmeter und Jahr benötigen.
Für gut gedämmte Gebäude gilt als grobe Orientierung für die nötige Heizleistung: etwa 40 bis 60 Watt pro Quadratmeter. In unsanierten Altbauten liegt dieser Wert bei 80 bis 120 Watt. In solchen Fällen stoßen Klimaanlagen schnell an ihre Grenzen und sind eher als Ergänzung zu einem bestehenden System sinnvoll.
Die Übergangszeit als stärkstes Argument
Bei Außentemperaturen zwischen 5 und 15 Grad Celsius ist der COP einer Klimaanlage am höchsten, oft zwischen 3 und 5 oder darüber. Genau das macht die Übergangszeit im Frühjahr und Herbst zum idealen Einsatzbereich. In diesen Monaten kann die Klimaanlage als erste Wärmequelle die Heizperiode der zentralen Heizung deutlich verkürzen. Das spart Energie und reduziert CO₂-Emissionen.
Im hybriden Betrieb übernimmt die Klimaanlage die Grundlast in milden Monaten. Die klassische Gasheizung springt erst bei dauerhaftem Frost ein. Berechnungen zeigen, dass dieses Konzept bei günstiger Strom-Gas-Preisrelation Heizkosteneinsparungen von bis zu rund 20 Prozent ermöglichen kann.
Einzelraumheizung und selten genutzte Räume
Für Homeoffice-Räume, Büros, Gästezimmer oder Ferienwohnungen ist die Klimaanlage als Heizlösung besonders naheliegend. Räume lassen sich damit innerhalb kurzer Zeit aufheizen, ohne das ganze Gebäude zu beheizen. Fußbodenheizungen bräuchten dafür Stunden. Klimaanlagen schaffen das in Minuten.
Dazu kommt die aktive Entfeuchtungsfunktion. In wenig beheizten oder selten genutzten Räumen schützt sie zuverlässig vor Feuchteschäden und Schimmelbildung. Das ist ein Vorteil, den viele klassische Heizlösungen nicht bieten.
Neubau vs. Sanierung: Ein kurzer Vergleich
| Situation | Klimaanlage als Heizung | Empfehlung |
| Neubau, gut gedämmt | Sehr gut geeignet | Als primäres Heizsystem oder Ergänzung |
| Sanierter Altbau | Gut geeignet | Als Hauptheizung oder Hybridlösung |
| Unsanierter Altbau | Eingeschränkt geeignet | Nur als Zusatzheizung empfohlen |
| Einzelräume / Büros | Sehr gut geeignet | Als Zonenlösung ideal |
| Selten genutzte Räume | Sehr gut geeignet | Schnelles Aufheizen, kein Rohrnetz nötig |
Kann eine Klimaanlage dein Zuhause im Winter vollständig warmhalten?
Das ist die Frage, die ich am häufigsten gestellt bekomme. Die ehrliche Antwort: Es kommt drauf an.
Technische Leistungsfähigkeit
Hocheffiziente Klimaanlagen liefern bei 0 °C Außentemperatur noch rund 100 Prozent ihrer Nennheizleistung. Bei -15 Grad Celsius sind es oft noch etwa 70 Prozent. Selbst bei -15 Grad Celsius liegt der COP vieler moderner Geräte noch bei etwa 2, was immer noch doppelt so effizient ist wie eine reine Elektroheizung.
Eine ausreichend dimensionierte Anlage kann ein gut gedämmtes Gebäude technisch gesehen also auch im Winter alleine warmhalten. Voraussetzung: Die Außentemperaturen liegen nicht dauerhaft weit unterhalb der Auslegungsgrenze des Geräts.
Wann ist die alleinige Nutzung sinnvoll?
In milden Regionen mit einer Norm-Außentemperatur von -5 Grad Celsius oder höher, in kompakten und gut gedämmten Wohnungen oder kleinen Häusern, kann eine richtig dimensionierte Split-Klimaanlage die gesamte Raumwärmeversorgung übernehmen. In kälteren Regionen oder größeren, stärker unterteilten Gebäuden steigen Effizienzverluste und Komforteinbußen.
Was ist mit Warmwasser?
Luft-Luft-Klimaanlagen heizen nur die Raumluft. Für Warmwasser brauchst du eine separate Lösung, zum Beispiel einen elektrischen Durchlauferhitzer oder eine Warmwasser-Wärmepumpe. Wer vollständig auf eine Klimaanlage als Heizung setzt, muss das in seine Wirtschaftlichkeitsrechnung einbeziehen.
Das hybride Konzept als robustere Lösung
Für die meisten Häuser in Mitteleuropa empfehle ich keinen vollständigen Umstieg auf die Klimaanlage als einzige Wärmequelle. Sinnvoller ist ein hybrides Konzept: Die Klimaanlage übernimmt die Grundlast in der Übergangszeit und bei moderaten Wintertemperaturen, ein zweites System deckt Spitzenlasten und Warmwasser ab. Das verbindet hohe Effizienz mit zuverlässiger Versorgungssicherheit.
Klimaklapp Tipp
Für die meisten Gebäude in Mitteleuropa ist ein hybrides Konzept die robusteste Lösung: Die Klimaanlage übernimmt die Grundlast in der Übergangszeit, ein zweites System fängt Spitzenlasten und Warmwasser ab. So kombinierst du hohe Effizienz mit zuverlässiger Versorgungssicherheit.
Was kostet das Heizen mit der Klimaanlage?
Bevor du dich entscheidest, solltest du die Zahlen kennen. Ich zeige dir sowohl die Investitionskosten als auch die laufenden Betriebskosten.
Investitionskosten im Überblick
Die Kosten setzen sich aus Gerät, Montage und Inbetriebnahme zusammen. In Deutschland dürfen Split-Klimaanlagen nur von zertifizierten Fachbetrieben installiert werden, da fluorierte Kältemittel zum Einsatz kommen.
| Systemtyp | Ungefähre Gesamtkosten (brutto) |
| Single-Split (1 Raum) | 2.500 bis 5.000 € |
| Duo-Split (2 Räume) | 5.000 bis 7.000 € |
| Multi-Split (3 Räume) | 7.000 bis 10.000 € |
| Multi-Split (4 Räume) | 9.000 bis 14.000 € |
| Multi-Split (5 Räume) | 10.000 bis 17.000 € |
Die Preise verstehen sich inklusive Geräten, Material und Arbeitszeit.
Dazu kommen jährliche Wartungskosten von etwa 80 bis 200 Euro pro Jahr. Bei guter Pflege sind moderne Split-Anlagen 15 bis 20 Jahre im Einsatz.
Betriebskosten: Was kostet die Wärme pro kWh?
Die entscheidende Frage: Wie teuer ist die Wärme im Vergleich zu anderen Systemen?
Beispielrechnung:
Bei einem jährlichen Wärmebedarf von 15.000 kWh und einem SCOP von 4 benötigt die Klimaanlage 3.750 kWh Strom. Bei einem Strompreis von etwa 0,31 €/kWh entstehen Heizkosten von rund 1.177 Euro pro Jahr (Quelle: verivox.de).
| Heizsystem | Wärmekosten pro kWh (ca.) |
| Klimaanlage (SCOP 3,5, Strom 0,31 €/kWh) | ca. 9,0 Cent |
| Erdgas (inkl. Kesselverluste) | ca. 11 Cent |
| Heizöl | ca. 9,9 Cent |
| Fernwärme | ca. 16,7 Cent |
| Direkte Elektroheizung | ca. 30 bis 40 Cent |
(Quelle: www.heizspiegel.de)
Das Heizen mit der Klimaanlage liegt damit häufig im Bereich oder leicht unter den Kosten einer Gasheizung. Gegenüber direkten Elektroheizungen ist der Kostenvorteil enorm.
Photovoltaik als Turbo für die Wirtschaftlichkeit
Wer eigenen Solarstrom nutzt, kann die Wärmekosten nochmals deutlich senken. Bei einer Einspeisevergütung von 8 Cent/kWh und einem COP von 4 liegen die effektiven Wärmekosten aus selbst genutztem PV-Strom bei nur etwa 2 Cent/kWh. Selbst bei Netzstromkosten von rund 0,31 €/kWh und COP 4 ergibt sich ein Wärmepreis von nur 7,85 Cent/kWh. Die Kombination aus Klimaanlage und Photovoltaik ist damit eine der wirtschaftlich attraktivsten Heizlösungen.
Förderung: Bis zu 80 Prozent der Kosten zurück
Das solltest du unbedingt auf dem Schirm haben: Luft-Luft-Wärmepumpen, die bestimmte Effizienzanforderungen erfüllen und mindestens 65 Prozent erneuerbare Energien nutzen, können über die KfW-458-Förderung bezuschusst werden. Die Förderquote liegt bei 25 Prozent, und wenn du damit ein fossiles Heizsystem komplett ersetzt, sogar bei 35 Prozent. Mit allen Boni sind bis zu 80 Prozent Förderung möglich.
Zusätzlich kannst du als Eigentümer 20 Prozent der Handwerker-Arbeitskosten, maximal 1.200 Euro pro Jahr, direkt von deiner Einkommensteuerschuld abziehen.
Wir bei Klimaklapp begleiten dich durch den gesamten Förderprozess. Die KfW-458-Förderbegleitung ist für dich völlig kostenlos, du brauchst keinen externen Berater.
Welche Vor- und Nachteile hat diese Heizmethode?
Hier ist meine ehrliche Einschätzung, ohne Schönrederei.
Die Vorteile
Hohe Energieeffizienz: Aus 1 kWh Strom entstehen typischerweise 3 bis 5 kWh Wärme. Im Vergleich zu direkten Elektroheizungen ist das ein Vielfaches an Leistung bei gleichem Stromeinsatz.
Doppelter Nutzen: Die Anlage heizt im Winter und kühlt im Sommer. Du kaufst also kein reines Heizsystem, sondern eine ganzjährige Klimakomfort-Lösung.
Schnelle Reaktionszeit: Klimaanlagen reagieren sehr dynamisch auf den Bedarf. Einzelne Räume sind in kurzer Zeit auf Wunschtemperatur.
Entfeuchtung inbegriffen: Die aktive Feuchteregulierung schützt vor Schimmel und verbessert das Raumklima.
Einfache Nachrüstbarkeit: Eine Split-Klimaanlage lässt sich mit vergleichsweise wenig Aufwand nachrüsten. Kein aufwendiges Rohrnetz, keine neuen Heizkörper.
Klimafreundlicher als viele Verbrenner: Bei einem SCOP von 3 und aktuellem deutschen Strommix liegen die CO₂-Emissionen pro kWh Wärme bereits unter denen einer Gasheizung.
Die Nachteile
Abhängigkeit vom Strompreis: Die Wirtschaftlichkeit steht und fällt mit dem Strompreis. Bei sehr hohen Strompreisen und tiefen Außentemperaturen nähert sich der Kostenvorteil einer klassischen Heizung an.
Effizienz sinkt bei Kälte: Je kälter es draußen ist, desto weniger effizient arbeitet die Anlage. Bei dauerhaftem Dauerfrost unter -15 Grad Celsius ist ein zweites System sinnvoll.
Wärme nur per Luft: Klimaanlagen verteilen Wärme über Luftströmung, nicht über Flächenwärme wie eine Fußbodenheizung. Das kann je nach Empfinden als weniger behaglich wahrgenommen werden.
Geräuschentwicklung: Das Außengerät produziert Betriebsgeräusche. In dicht bebauten Wohngebieten kann das zu Nachbarschaftsthemen führen. Die TA Lärm setzt für reine Wohngebiete Grenzwerte von 35 dB(A) nachts. Eine fachgerechte Aufstellung ist daher wichtig.
Kein Warmwasser: Luft-Luft-Systeme heizen keine Warmwasserspeicher. Für Warmwasser braucht es eine separate Lösung.
Worauf solltest du beim Kauf achten?
Die wichtigsten Kennzahlen
Wenn du eine Klimaanlage zum Heizen kaufst, sind diese drei Werte entscheidend:
SCOP: Saisonaler Wirkungsgrad im Heizbetrieb. Mindestens 4 sollte der Wert betragen, besser höher. Ein SCOP von 4 bedeutet: 1 kWh Strom ergibt 4 kWh Wärme über die gesamte Heizsaison.
COP bei tiefen Temperaturen: Achte auf die Herstellerangaben zur Heizleistung bei -7 Grad Celsius und -15 Grad Celsius. Das zeigt dir, wie sich das Gerät im Vollwinter verhält.
Energieeffizienzklasse: Top-Geräte erreichen im Heizbetrieb A++ oder A+++.
Richtige Dimensionierung ist entscheidend
Ein zu großes Gerät läuft häufig ineffizient im Kurzzeitbetrieb. Ein zu kleines schafft die Heizlast bei tiefen Temperaturen nicht. Die Faustregel:
Neubau, gut gedämmt: 40 bis 60 Watt pro Quadratmeter
Sanierter Altbau: 60 bis 80 Watt pro Quadratmeter
Unsanierter Altbau: 80 bis 120 Watt pro Quadratmeter
Eine professionelle Heizlastberechnung ist aber immer der zuverlässigere Weg. Nur so bekommst du ein Gerät, das wirklich zu deinem Gebäude passt.
Kältemittel und Zukunftssicherheit
Seit dem 1. Januar 2025 sind bestimmte Single-Split-Klimaanlagen mit weniger als 3 kg F-Gasen und einem GWP von 750 oder höher verboten. Für andere Systemtypen gelten gestaffelt weitere, teils strengere Vorgaben in den kommenden Jahren. Achte beim Kauf auf ein Gerät mit R32 oder einem anderen zukunftssicheren Kältemittel.
Rechtliches nicht vergessen
In Mietwohnungen braucht es die Zustimmung des Vermieters für den Einbau. In Eigentumswohnungen ist ein Beschluss der Eigentümergemeinschaft erforderlich, da Fassade und Gemeinschaftseigentum betroffen sind. Vor dem Kauf unbedingt die Genehmigungslage klären.
Gut zu wissen
Kläre vor dem Kauf unbedingt die rechtliche Situation: In Mietwohnungen braucht es die Zustimmung des Vermieters, in Eigentumswohnungen einen Beschluss der Eigentümergemeinschaft. So vermeidest du böse Überraschungen nach der Installation.
Fazit: Klimaanlage zum Heizen nutzen
Das Heizen mit einer Klimaanlage ist in vielen Situationen eine wirtschaftlich und technisch sinnvolle Lösung. Vor allem in der Übergangszeit, in gut gedämmten Gebäuden und bei Kombination mit Photovoltaik liefert sie Wärme zu vergleichsweise günstigen Kosten und mit einer deutlich besseren CO₂-Bilanz als viele klassische Verbrennungsheizungen.
Als alleinige Heizlösung für ein ganzes Haus eignet sie sich in Mitteleuropa vor allem dann, wenn das Gebäude gut gedämmt ist, die Region mild ist und der Grundriss offen genug für eine gute Luftverteilung ist. In allen anderen Fällen macht ein hybrides Konzept mehr Sinn, bei dem die Klimaanlage die Grundlast übernimmt und ein zweites System Spitzenlasten und Warmwasser abdeckt.
Ich bin Jan Klapp, Geschäftsführer von Klimaklapp aus Weingarten. Wir sind das einzige Unternehmen in der Region Karlsruhe, das sich ausschließlich auf Klimaanlagen spezialisiert hat. Wenn du wissen möchtest, welche Lösung für dein Zuhause passt und was das in deinem Fall kostet: Beantworte einfach ein paar Fragen in unserem Klimakonfigurator und du erhältst innerhalb von 2 Minuten eine erste kostenlose Preisschätzung per E-Mail.
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FAQ zum Thema Heizen mit der Klimaanlage
Die meisten modernen Split-Klimaanlagen sind für den Heizbetrieb bis etwa -15 Grad Celsius Außentemperatur ausgelegt. Spezialmodelle mit sogenannter Hyper-Heating-Technologie schaffen sogar bis -20 bis -25 Grad Celsius. Das Gerät arbeitet also auch bei Frost zuverlässig. Allerdings nimmt der Wirkungsgrad mit sinkender Außentemperatur ab. Bei rund 0 Grad Celsius erbringen hocheffiziente Geräte noch nahezu ihre volle Nennheizleistung. Bei -15 Grad Celsius sind es oft noch etwa 70 Prozent, jedoch mit einem spürbar niedrigeren COP. Für dauerhaften Schwerstfrost empfiehlt sich deshalb ein bivalentes System mit zweitem Wärmeerzeuger.
In einem unsanierten Altbau mit hohem Wärmebedarf von 150 bis 200 kWh pro Quadratmeter und Jahr ist die Klimaanlage als alleinige Heizung in der Regel nicht empfehlenswert. Die notwendigen Heizleistungen führen zu hohen Lufttemperaturen, Zugerscheinungen und einem deutlich schlechteren Wirkungsgrad. Sinnvoller ist der Einsatz als Zusatzheizung für einzelne Räume oder als Teil eines hybriden Konzepts. In sanierten Altbauten mit deutlich reduziertem Wärmebedarf sieht die Rechnung schon anders aus. Hier kann eine richtig dimensionierte Anlage durchaus als primäres Heizsystem funktionieren. Grundsätzlich gilt: Je besser die Dämmung, desto besser die Effizienz der Klimaanlage im Heizbetrieb.
Ja, diese Kombination ist eine der wirtschaftlich attraktivsten Optionen überhaupt. Klimaanlagen als Wärmepumpen vervielfachen den eingesetzten Strom zu Wärme. Nutzt du dafür selbst erzeugten Solarstrom statt teuren Netzstrom, sinken die effektiven Wärmekosten erheblich. Bei einer Einspeisevergütung von 8 Cent/kWh und einem COP von 4 liegen die Wärmekosten aus eigenem PV-Strom bei nur etwa 2 Cent/kWh. Selbst bei aktuellem Netzstrom und COP 4 ergibt sich ein Wärmepreis von rund 7,85 Cent/kWh, was unter den durchschnittlichen Gasheizungskosten liegt. Besonders in der Übergangszeit, wenn die PV-Erträge noch relativ hoch und die Heizlast moderat sind, ist das Zusammenspiel beider Systeme besonders effizient.
Das kommt auf das konkrete Gerät und die Einbausituation an. Reine Klimageräte ohne Wärmepumpenfunktion werden nicht gefördert. Luft-Luft-Wärmepumpen können unter den Voraussetzungen der BEG-Heizungsförderung gefördert werden, wenn sie die technischen Mindestanforderungen der KfW erfüllen und förderfähig beantragt werden. Die Grundförderung beträgt 30% der förderfähigen Kosten; mit Bonusförderungen sind je nach Antragstellergruppe und Voraussetzungen bis zu 70 Prozent möglich, bei selbstnutzenden Eigentümerinnen und Eigentümern mit niedrigem Haushaltseinkommen sogar bis zu 80 Prozent.
Zusätzlich greift der steuerliche Handwerkerbonus: 20 Prozent der Lohnkosten, maximal 1.200 Euro jährlich, lassen sich direkt von der Einkommensteuerschuld abziehen. Wir bei Klimaklapp übernehmen die KfW-458-Förderbegleitung komplett für dich, kostenlos und ohne externen Berater.
Moderne Außengeräte arbeiten im Normalbetrieb typischerweise in einem Bereich von etwa 40 bis 50 dB(A). Zum Vergleich: Ein normales Gespräch liegt bei etwa 60 dB(A). In reinen Wohngebieten gelten nachts in der Regel 35 dB(A) als maßgeblicher Richtwert nach TA Lärm. Gut positionierte und korrekt montierte Geräte halten diese Werte in der Regel ein. Probleme entstehen meist durch schlechte Aufstellung, Resonanzen an der Fassade oder hohe Lüfterdrehzahlen im Volllastbetrieb. Eine fachgerechte Planung des Aufstellortes, Schwingungsdämpfer und Nachtruhe-Modi sind daher wichtige Punkte, die vor der Installation berücksichtigt werden sollten.

Über den Autor
Jan Klapp ist Gründer von Klimaklapp und Experte für Klimaanlagen-Installation. Er hilft Hausbesitzern in der Region Karlsruhe, Mannheim und Heidelberg, ihr Zuhause auch an heißen Sommertagen und kühlen Winternächten zu genießen. Mit Premium-Klimaanlagen von Daikin. Mit seinem Team hat er bereits über 500 Klimaanlagen installiert.



